ISTAF 2026 | Neugebauer und Kappel sorgen für BW-Siege

  31.08.2026    WLV Top-News WLV Wettkampf BLV Top-News BLV BLV-Wettkampf BW-Leichtathletik Top-News BW-Leichtathletik Wettkampfsport
Am Sonntag, 30. August, sorgten die baden-württembergischen Athlet:innen beim ISTAF im Berliner Olympiastadion für starke Auftritte. Vor 41.000 Zuschauer sicherten sich Leo Neugebauer (VfB Stuttgart 1893) im ISTAF-Dreikampf und Niko Kappel (VfB Stuttgart 1893) im Para-Kugelstoßen jeweils den Sieg. Yemisi Mabry (MTG Mannheim) komplettierte die BW-Erfolge mit Bronze im Kugelstoßen.

Leo Neugebauer gewinnt erneut den ISTAF-Dreikampf

Mit einem breiten Lächeln im Gesicht und ins Publikum winkend absolvierte Leo Neugebauer (VfB Stuttgart 1893) am Sonntag die letzten 150 Meter im 1.500-Meter-Rennen des ISTAF-Dreikampfes. Der Welt- und Europameister im Zehnkampf hatte sich im Olympiastadion in den ersten beiden Disziplinen – 100 Meter und Diskuswurf – einen beachtlichen Vorsprung von fast 40 Sekunden erarbeitet und brachte diesen sicher ins Ziel.

Damit gewann der Deutsche Rekordhalter wie bereits 2024 den „Leichtathletik-Triathlon“ im Olympiastadion. Dafür musste auch nicht lange gerechnet werden: Der Stuttgarter ging nach der Gundersen-Methode mit dem entsprechenden Vorsprung aus den ersten beiden Disziplinen auf die 1.500 Meter. Der erste Athlet im Ziel war dementsprechend auch neuer ISTAF-Champion.

Dabei musste Neugebauer bei seiner Paradedisziplin Diskuswurf lange zittern. Nach zwei missglückten Würfen musste unbedingt im letzten Versuch ein gültiger Versuch her – und der Publikumsliebling lieferte. Mit 58,54 Metern nahm er der Konkurrenz mehr als zehn Meter beziehungsweise 200 Punkte ab und sicherte sich damit den großen Vorsprung für die 1.500 Meter. Zwar kamen Niklas Kaul und Amadeus Gräber noch einmal bis auf etwa 35 Sekunden an den Europameister heran, gefährden konnte ihn aber niemand mehr.

„Endlich konnte ich durch die Gundersen-Methode mal ein 1500-Meter-Rennen gewinnen. Ich wusste, dass ich mit dem Diskus so weit werfen konnte. Aber dann hieß es für mich nach den zwei ungültigen Versuchen nur: Augen zu und durch. Die 1500 Meter haben sich dann so angefühlt, als würde ich in die Saisonpause laufen“, strahlte Neugebauer nach seinem erneuten Coup im Olympiastadion.

Niko Kappel siegt im Para-Kugelstoßen

Auch Niko Kappel (VfB Stuttgart 1893) durfte sich im Olympiastadion über einen Sieg freuen. Im Para-Kugelstoßen beförderte der Weltrekordler sein vier Kilogramm schweres Arbeitsgerät auf 14,06 Meter. Damit war der Paralympics-Sieger in der Startklasse F41 (Kleinwüchsige) nicht zu schlagen.

Angetrieben von den 41.000 Zuschauern zeigte Kappel erneut seine Klasse und setzte sich souverän gegen die internationale Konkurrenz durch. „Die 14 Meter sind immer eine Benchmark, da werden die internationalen Medaillen vergeben. Das Publikum war einfach geil – so wie immer beim ISTAF“, freute sich der Stuttgarter nach seinem Triumph.

Bronze für Yemisi Mabry

Einen Podestplatz gab es auch für Yemisi Mabry (MTG Mannheim). Die Kugelstoßerin kratzte mit 19,73 Metern an der 20-Meter-Marke und belegte damit Rang drei. Nur die US-Amerikanerin Chase Jackson und Sarah Mitton aus Kanada waren in Berlin weiter.

Für Mabry war es der zweitbeste Wettkampf ihrer Freiluftsaison. Den Wettkampf dominierte Jackson mit einem echten Kracher: Die zweimalige Kugelstoß-Weltmeisterin beförderte die Vier-Kilo-Kugel gleich im ersten Versuch auf 21,02 Meter. Damit steigerte sie nicht nur ihren US-Rekord, sondern brach auch den 42 Jahre alten ISTAF-Rekord von Helena Fibingerová.

Nick Thumm verpasst Podest knapp

Im Speerwurf fehlten Nick Thumm (VfB Stuttgart 1893) nur wenige Meter zum Podest. Der EM-Silbermedaillengewinner von Birmingham schickte den 800-Gramm-Speer auf 83,10 Meter und belegte damit Rang vier. Thumm kam damit dicht an seine persönliche Bestleistung heran und bestätigte auch beim prestigeträchtigen Berliner Meeting seine starke Saison.

Rosina Schneider schnellste Deutsche über die Hürden

Auch Rosina Schneider (TV Sulz) überzeugte über 100 Meter Hürden. Mit 12,93 Sekunden lief sie auf Rang fünf und war damit schnellste Deutsche im Feld. Den ISTAF-Sieg sicherte sich die Jamaikanerin Danielle Williams in 12,78 Sekunden vor Amber Hughes (USA) und Laeticia Bapté (Frankreich), die beide 12,88 Sekunden liefen.

Damit sorgten die Athletinnen aus Baden-Württemberg beim ISTAF für zwei Siege, einen Podestplatz und weitere starke Platzierungen vor der beeindruckenden Kulisse von 41.000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion.

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Martin Neumann (leichtathletik.de) / wlv